In einem Heimnetzwerk sind Rechner, Tablet und Smartphone mit dem Internet, oder auch mit anderen, netzwerkfähigen Geräten wie Drucker und TV verbunden.

Dadurch wird die Bedienung der Geräte komfortabler. Was du zum Aufbau deines eigenen Heimnetzwerkes alles benötigst und viele weitere Informationen erfährst du in folgendem Artikel.

Welche Kabel und Geräte brauche ich?

Zuerst gilt es, deinem Computer einen Zugang ins Internet zu verschaffen. Dafür ist gar nicht viel zusätzliche Hardware vonnöten. Auf die Hauptbestandteile eines Heimnetzwerkes wird in diesem Abschnitt eingegangen.

Modem

Das Modem stellt die Tür zwischen deinem Heimnetz und der Außenwelt des Internets dar.

Die Aufgabe des Modems besteht darin, analoge elektrische Signale in digitale elektrische Signale zu konvertieren, und andersrum.

Praktisch heißt das, die aus dem Internet empfangenen Daten umzuwandeln, damit der PC sie lesen kann, bzw. die ausgehenden Daten so umzuwandeln, damit diese versendet werden können.

Allgemein werden Modems in drei Arten unterteilt, die sich vor Allem an dem Anschluss und damit in ihren maximalen Download- bzw. Upload-Geschwindigkeiten unterscheiden:

  • Kabel-Modem
  • DSL-Modem
  • Glasfaser-Modem

Am weitesten verbreitet sind die DSL-Modems, welche an den Splitter der Telefondose angeschlossen werden. Zudem findet sich eine RJ-45 Buchse bzw.

DSL-Modem Test 2019: Die besten DSL-Modems im Vergleich

LAN-Port zum Anschluss eines LAN-Kabels. Selbstverständlich bezieht das Modem auch Strom von einer herkömmlichen Steckdose.

Nachteil des klassischen Modems ist jedoch, dass nur genau ein Desktop-PC oder Laptop per LAN-Kabel daran angeschlossen werden kann. Sobald sich zwei oder mehr Computer in das Internet einklinken möchten, wird ein Router benötigt.

Router

Der Router ist das Herzstück deines Heimnetzwerkes. Mit mehreren LAN-Anschlüssen ausgestattet und optional der Ausstrahlung des WLAN-Signals dient er als zentrale Anlaufstelle aller netzwerkfähigen Geräte.

Hier werden also die Daten gebündelt und entweder an andere Netzwerkgeräte oder ans Modem weitergegeben.

Auch Heimrouter lassen sich in verschiedene Arten unterteilen, je nachdem, ob sie ein WLAN-Netz aufbauen können, oder mit integrierter Modem-Funktion kommen oder nicht:

Art des Routers Internes Modem WLAN-Funktion
Kabelrouter
DSL-Router
WLAN-Router bzw. WLAN-Kabelrouter

Der WLAN-Router ist die am meist verbreitetste Art. Da die WLAN-Funktion für die Nutzung von Smartphone und Tablet wesentlicher Bestandteil ist, würden auch wir diesen empfehlen.

In Sachen Verkabelung wird der Router per LAN-Kabel hinter das Modem geschalten. Wenn es sich um ein Modell mit integriertem Modem handelt, so wird der Router bei der Installation wie ein Modem gehandhabt und direkt am Splitter angesteckt.

Die multiplen RJ-45 Ports des Routers bieten Platz fürs Anschließen mehrerer Computer. Ebenfalls darf die Stromversorgung nicht vergessen werden.

Anfang des Jahrtausends gab es Modem und Router nur getrennt voneinander. Heutzutage besitzt ein Großteil der Router auch die Funktion eines Modems (meist „WLAN-Router“), sodass eines dieser Geräte zu holen Aufwand, Platz und Geld spart.

LAN-Kabel

Das LAN-Kabel, auch Ethernet-Kabel genannt, dient als physische Verbindung und ermöglicht den Datenaustausch zwischen den beiden oben genannten Geräten und dem Computer.

Es verfügt an beiden Enden über einen RJ-45 Stecker. Hier drin werden die Daten vom Computer zum Router, und vom Router zum Modem weitergeleitet.

LAN-Kabel sind in vielerlei Längen erhältlich, die gewöhnlichsten sind dabei:

  • 1 Meter
  • 3 Meter
  • 5 Meter
  • 10 Meter
  • 20 Meter

Darüberhinaus unterscheiden sich die Kabel in ihren Standards: CAT5, CAT6 und CAT7. Je höher der Standard, desto schneller und besser abgeschirmt sind die Kabel.

Für den Gebrauch im Eigenheim reichen LAN-Kabel des Standards CAT5, genauer CAT5e, in den meisten Fällen vollkommen aus.

AN-Kabel gibt es nicht nur in verschiedenen Längen und Standards, sondern auch Farben. (Bildquelle: pixabay.com / blickpixel)

Wenn Modem und Router verkabelt sind, muss noch die Internetverbindung an sich konfiguriert werden.

Dazu musst du die IP-Adresse des Routers (zu finden im mitgelieferten Handbuch) im Browser-Fenster eingeben. Von dort an einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen und schon steht die Verbindung zum World Wide Web!

Wo kann ich die Geräte und Kabel kaufen und wie viel kosten sie?

Modem, Router, LAN-Kabel und auch die erwähnten WLAN-Repeater sollten sowohl in allen großen Elektronik-Fachgeschäften als auch an Online-Marktplätzen zu erwerben sein. Dazu gehören:

  • Amazon
  • Ebay
  • Media Markt
  • Saturn
  • Conrad

Desweiteren können Modem und Router direkt von den Seiten ihren Hersteller gekauft werden. Dazu zählen unter anderen Telekom, AVM (besser durch Namen ihrer Router Fritz!Box bekannt), D-Link und TP-Link.

Viele Internetverträge machen das Angebot, einen WLAN-Router vom Betreiber dazu zu mieten, jedoch empfehlen wir, sich ein eigenes Modell anzuschaffen.

Grund dafür sind die Mietkosten von bis zu zehn Euro pro Monat. Wer seinen Vertrag binnen ein bis zwei Jahre nicht wechseln will, der spart beim Kauf eines eigenen Geräts bares Geld.

Die generellen Kosten können der Tabelle entnommen werden. Anmerkung: Bei allen kostspieligeren Router bzw. Modems handelt es sich um Modelle, die beide Funktionen beinhalten.

Gerät Preis
Modem 18€ bis 200€
Router 18€ bis 200€
LAN-Kabel Je nach Länge 3€ bis 20€
WLAN-Repeater 20€ bis 80€

Wo positioniere ich den Router am besten?

Oft wird der Router aus Bequemlichkeit direkt neben der Telefondose gestellt. Meist ist dies aber nicht der beste Standort, um dein Heim mit WLAN zu versorgen. Um das WLAN-Signal im Haus zu optimieren, gilt es folgende Punkte zu berücksichtigen.

  1. Wände und Mauern zwischen Router und Endgeräten vermeiden. Besonders Stahlbeton- oder Holzwände sorgen für eine starke Abschirmung des Signals. Das trifft auch für Decken zu. Daher sollte der Router möglichst in der gleichen Etage und nicht etwa im Keller stehen, bzw. im mittleren Stockwerk wenn er mehrere mit WLAN versorgen muss.
  2. Den Router nicht verstecken. Nicht nur Wände, sondern auch Möbel und andere Objekte schwächen den WLAN-Empfang ab. Demnach sollte der Router nicht in der hintersten Ecke des Raumes oder unter dem Sofa gestellt werden, sondern frei stehen, zum Beispiel auf einem Regal.
  3. Den Router zentral in der Wohnung stellen. Das WLAN-Signal breitet sich relativ kugelförmig um den Router aus, doch nimmt mit Entfernung immer weiter ab. Um zu allen zu versorgenden Geräte einen möglichst geringen Abstand zu haben, sollte er so mittig wie möglich positioniert werden.
  4. Nicht nahe anderer Funk-Störquellen. Im Haushalt befinden sich weitere Elektrogeräte, beispielsweise Mikrowelle oder Babyfon, welche auf ähnlichen Frequenzbereich funken und somit das WLAN-Signal stören können.

Worauf sollte ich beim Verlegen der Kabel achten?

Allgemein solltest du bei allen Kabeln darauf achten, Knicke zu vermeiden. Zudem sollten diese am Rand der Zimmer verlegt werden.

Es bietet sich an, sie an Wänden hinter der Fußleiste, und bei Türen unter der Türleiste zu verstecken, besonders, wenn die Kabel über mehrere Räume hinweg verlegt werden müssen.

Diese Maßnahmen dienen zur Sicherheit, sowohl für den Menschen um nicht zu stolpern, als auch für die Kabel um Beschädigung zu vermeiden.

Wie kann ich die Reichweite des WLANs erhöhen?

Falls trotz gutem Standort des Routers in einigen Zimmern immer noch schlechter WLAN-Empfang herrscht, gibt es Möglichkeiten, dieses Problem zu bekämpfen. Die einfachste Lösung dabei ist der WLAN-Repeater.

WLAN-Repeater Test 2019: Die besten Repeater im Vergleich

Der WLAN-Repeater sorgt für eine höhere WLAN-Reichweite, indem er das vom ihm empfangene Signal verstärkt. Er benötigt lediglich eine freie Steckdose, und die Installation erfolgt innerhalb von wenigen Knopfdrücken.

Für optimale Ergebnisse sollte der Repeater in der Mitte zwischen dem Router und dem Ort, an dem du WLAN haben willst, positioniert werden, und mindestens zwei der fünf Balken auf seiner Anzeige leuchten.

Was ist besser: WLAN oder LAN?

Eine große Debatte, die wir allerdings versuchen kurz zu beantworten. In den folgenden Tabellen zeigen wir dir die jeweiligen Vor- und Nachteile und geben anschließend ein kleines Fazit.

WLAN

Vorteile
  • Benutzung mobiler Geräte (Smartphone, Tablet) möglich
  • Keine Verkabelung – weniger Aufwand bei Einrichtung weiterer Geräte
  • Bewegungsfreiheit im Sendebereich
Nachteile
  • Von äußerlichen Störquellen beeinflusst
  • Weniger stabil
  • Meistens langsamer

LAN

Vorteile
  • Stabilere und zuverlässigere Verbindung
  • Meistens schneller, auch bei Kabel-Längen von 50 Metern
  • Kabel isoliert gegen äußere Störungen
Nachteile
  • LAN-Kabel muss für jedes zu vernetzende Gerät verlegt werden

Fazit: LAN ist generell die bessere Alternative und besonders für Zocker ist das Online Spielen über LAN-Kabel deutlich besser geeignet.

Für den alltäglichen Gebrauch hingegen reicht WLAN in der Regel aus und ist bequemer, bloß HD-Videos oder Streams könnten bei schwachem Empfang zum Stocken kommen.

Trivia: Wissenswertes rund ums Thema Heimnetzwerk

Gibt es wirklich ein WLAN Kabel?

Vielleicht hast du schon mal vom berüchtigten WLAN-Kabel gehört. WLAN steht für „wireless local area network“, wobei „wireless“ zu deutsch kabellos bedeutet.

Somit wäre ein WLAN-Kabel ein kabelloses Kabel, was natürlich ein Widerspruch in sich ist. Der Begriff WLAN-Kabel ist daher in den meisten Situationen als Witz zu verstehen.

Dabei existiert tatsächlich ein Produkt, das als WLAN-Kabel bezeichnet werden könnte. Gemeint ist das Schlitzkabel: Ein Kabel, welches absichtlich Öffnungen enthält, aus denen Rundfunk-, Mobilfunk-, aber eben auch WLAN-Signale austreten.

Es sorgt in langen, tunnelförmigen Innenbereichen für Netzanbindung, zum Beispiel Flugzeuge oder Bergwerke.

Selbst wenn die Frage nach einem WLAN-Kabel als Witz gemeint ist, so könnte sie technisch trotzdem mit „ja“ beantwortet werden.

Welche sonstige Technik könnte mich interessieren?

WLAN Stick

Zwar kommen mobile Endgeräte mit einer WLAN-Netzwerkkarte, jedoch trifft das für viele und vor Allem ältere Computer nicht zu. Hier kommt der WLAN-Stick ins Spiel.

WLAN Stick Test 2019: Die besten WLAN Sticks im Vergleich

Er stellt eine günstige Alternative zum Nachrüsten einer Netzwerkkarte dar und ermöglicht es dem PC, sich in ein bestehendes WLAN-Netz einzuloggen.

WLAN Antenne und WLAN Antennenkabel

Hierbei handelt es sich um eine weitere, neuere Lösung, die WLAN-Reichweite zu erhöhen. Das Antennenkabel wird in den Antennenanschluss der WLAN-Basisstation oder am PC gesteckt (insofern dieser vorhanden ist) und am anderen Ende mit der WLAN-Antenne verbunden.

Die Antenne sendet nun von ihrer Position aus das WLAN-Signal in eine bestimmte Richtung. So kann beispielsweise gezielt ein Teil des Gartens mit WLAN versorgt werden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://www.dsl-ratgeber.net/unterschied-zwischen-dsl-modem-und-dsl-router-wlan-router.html

Bildquelle: pixabay.com / jarmoluk

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